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Schwindel

Im Deutschen ist Schwindel ein Überbegriff für viele Zustände. Daher gilt zunächst genau zu erfragen, was der einzelne Patient mit Schwindel meint.

Dabei geht es um die Qualität des Gefühls: ist es ein Drehen, Schwanken, eine Benommenheit oder einfach eine Gangunsicherheit? Fühle ich mich wie im Lift oder auf einem Boot oder so als hätte ich zuviel getrunken?

Dann geht es um das zeitliche Auftreten des Gefühls: Dauernd? In Attacken? Wie lang sind diese Attacken? Wie häufig treten sie auf? Seit wann kennt der Patient das Gefühl des Schwindels?

Und durch was wird es ausgelöst? Durch welche Körperstellung (liegen, sitzen, stehen, gehen oder aufstehen, drehen, schnelle Bewegungen ect.) wird der Zustand ausgelöst?

„Alles dreht sich — ich laufe wie betrunken.“

Was kommt zusammen mit dem Schwindelgefühl vor? Gibt es eine Übelkeit oder gar andauerndes Erbrechen? Habe ich ein Druckgefühl auf den Ohren oder höre ich während der Attacke schlechter? Gibt es eine Störung mich zielgerichtet zu bewegen, z.B. etwas zu greifen? Oder besteht gleichzeitig eine Sehstörung? Kommt es dabei oder im Verlauf zu Kopfschmerzen?

Natürlich spielen auch Begleiterkrankungen, (z.B. Sehstörungen, Herz-, Kreislauferkrankungen, Diabetes) falls vorhanden, eine Rolle, sowie möglicherweise eingenommene Medikamenten.

Obwohl im Deutschen der Begriff „Schwindel“ sehr uneinheitlich ist und viele Zustände damit beschrieben werden, kann durch zielgerichtete Fragen oft schon eine gute Einordnung erfolgen.

Dabei unterscheidet der Neurologe gern zentralen (also vom zentralen Nervensystem ausgelösten) Schwindel und peripheren, also durch das Gleichgewichtsorgan oder die peripheren Nerven ausgelöste Schwindelgefühle.

Ein zentraler Schwindel kann durch einen Schlaganfall, MS Plaques, oder aber auch eine Migräne ausgelöst werden und zeichnet sich zumeist durch zusätzliche neurologische Symptome wie Koordinationsstörungen oder Sehstörungen bzw. Kopfschmerzen im Verlauf oder in der Vergangenheit aus.

„Die Welt wackelt — ich fühle mich unsicher“

Zu den peripheren Schwindelsyndromen gehört der gut zu therapierende und häufige Benigne Paroxysomale Lagerungsschwindel (Befreiungsmaneuver), die Neuritis vestibularis, der Morbus Meniere, die Vestibularisparoxysmie.

Da Schwindel jedoch ein zutiefst verunsicherndes Gefühl ist, kann es auch vom Gehirn gelernt werden und dann, ohne eine körperliche Ursache, immer wieder, z.T. In Stresssituationen, auftreten, wie beim häufigen somatoformen Schwindel, früher auch phobischer Attackenschwankschwindel genannt.

Manchmal wird als Schwindel aber auch eine Gangunsicherheit bezeichnet, hier helfen eine neurologisch körperliche Untersuchung sowie elektrophysiologische oder radiologische Untersuchungen weiter die Ursache der Gangstörung zu finden.

Mithilfe einer genauen Anamnese, gezielten Untersuchungen sowie u.U. in Zusammenarbeit mit HNO-Ärzten, spezialisierter Krankengymnastik oder dem Schwindelzentrum Großhadern (DSGZ) möchten wir sie wieder von diesem unangenehmen Gefühl des Schwindels befreien!