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Schlaganfall (Apoplex, Insult, stroke)

Bei einem Schlaganfall kommt es, wie der Name sagt, zu einem schlagartigen Ausfall von neurologischen Funktionen. Diese können von einer Sehstörung über eine Sprach- oder Orientierungsstörung zu Sensibilitätsausfällen mit Taubheitsgefühlen oder Lähmungen sowie Koordinationsstörungen reichen, je nach betroffenen Nervenzellen.

„Wie vom Schlag getroffen“ — plötzliche neurologische Ausfallssymptome

Die Nervenzellen können entweder durch eine Störung der Blutversorgung und damit kritischen Sauerstoff Unterversorgung (Ischämie) oder aber durch eine Blutung mit Zerstörung von Gewebe geschädigt werden. Je nach Dauer der Ausfallssymptomatik spricht man von einer Transienten Ischämischen Attacke (TIA) — hier hat sich innerhalb von 24h alles wieder normalisiert — oder aber, — bei länger dauernden Symptomen — von einem manifesten stroke/Schlaganfall.

Sollten Sie plötzliche aufgetretene neurologische Ausfallssymptome wie oben angegeben bei sich bemerken, müssen Sie sofort den Notarzt holen und sich in eine Klinik zur weiteren Diagnostik einweisen lassen. Denn hier kann nach genauer Untersuchung der Ursache versucht werden, die Durchblutung des Hirngewebes schnell zu verbessern.

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, denn: „Time is brain“

Aus der englischsprachigen Sanitäterausbildung kommt auch ein stark vereinfachter Test, ob ein Schlaganfall vorliegt, der sog. „FAST“. Dabei stehen

  • F für face (liegt eine Gesichtsassymmetrie vor),
  • A für arms (liegt eine Lähmung der Arme im Armvorhaltetest vor),
  • S für speech (besteht eine Sprach- oder Sprechstörung),
  • T für time (Zeit).

Die Ursache einer Minderdurchblutung kann in einer primär verengten und verstopften Arterie, einem weitergeleiteten Blutgerinnsel (sog. Embolus) vom Herz (z.B. bei Vorhofflimmern oder PFO) oder den grossen Arterien liegen. Selten kommen auch entzündliche (Vaskulitis), traumatische (Dissektionen) oder System- Erkrankungen (z.B. Mb. Fabry ect.) in Betracht.

Wichtig ist dabei die rasche Diagnosestellung: Liegt bei solchen Symptomen überhaupt ein Schlaganfall vor oder besteht eine andere Ursache, denn die Therapie eines Schlaganfalls sollte sofort eingeleitet werden, sodass sich neurologische Ausfälle und Funktionsstörungen zurückbilden oder möglichst gering gehalten werden können.

Je nach Ursache erfolgt die Behandlung und der medikamentöse Schutz des Patienten vor einem erneutem Schlaganfall individuell.

Aber auch im Vorfeld können Risikofaktoren erkannt und behandelt werden. Dazu zählen Bluthochdruck, Diabetes, Adipositas, Hyperlipidäme, eine positive Familienanamnese und Nikotingebrauch. Während Sie genetische Anlagen und das Alter nicht beeinflussen können, kann durch eine gute Blutdruckeinstellung (Zielwerte unter 140/90mmHg) eine gesunde Ernährung und ausreichend körperliche Bewegung sowie eine Gewichtsnormalisierung das Risiko deutlich gesenkt werden.

In einer Doppler-/Duplexsonographie könnne Plaques, Stenosen, eine Arteriosklerose oder andere Pathologien der hirnversorgenden Arterien (sowohl extra- als auch intrakraniell) festgestellt werden.

Schließlich können kleinere Durchblutungsstörungen (sogenannte Mikroangiopathische Läsionen oder Subcorticale Ateriosklerotische Encephalopathie = SAE) im Verbindungsgewebe der Nevenzellen auch unbemerkt ablaufen, sich aber im Verlauf z.B. durch eine Gang- oder Gedächtnisstörung zeigen. Hier hilft die Kernspintomographische Diagnostik.

Zur Nachbetreuung von Schlaganfall Patienten gehört neben einer bestmöglichen Einstellung der Cardiovaskulären Risikofaktoren eine rehabilitative Behandlung ggf. mit Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder Psychotherapeutischer Unterstützung.